Geschichte der Elektromobilität

Die Geschichte des Elektroautos reicht zurück bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, als der Erfinder Robert Anderson Aberdeen in den 1830er Jahren erstmals ein Fahrzeug mit Elektromotor entwickelte. 1910, noch bevor sich Verbrennungsmotoren durchzusetzen begannen, erreichte die Elektromobilität ihren vorläufigen Höhepunkt: weltweit produzierten 20 Hersteller fast 34’000 Elektromobile. Den rund 130 Elektroautos in der Deutschschweiz standen 29 Ladestationen zur Verfügung. Während des Zweiten Weltkrieges verhalf die Treibstoffknappheit dem Elektroantrieb zu einem zwischenzeitlichen Comeback: Die Elektrische Fahrzeuge AG und die Schweizerische Industrie-Gesellschaft lieferten mehrere tausend Fahrzeuge insbesondere für den öffentlichen Dienst.

Danach dauerte es allerdings bis ins Jahr 1985, als die Tour de Sol, ein Rennen für solarbetriebene Elektrofahrzeuge, die Elektromobilität zurück ins Gedächtnis gerufen hat. Zehn Jahre später startete in Mendrisio im Rahmen des Aktionsprogramms Energie 2000 ein Grossversuch mit Elektromobilen. Im Herbst 2011 lancierte Nissan das Elektroauto Leaf, was den heutigen Fahrzeugen und der weiteren Entwicklung den Weg ebnete. Ab 2012 rüstete sich die Schweiz als eines der ersten Länder der Welt mit einem flächendeckenden Netz an Schnellladestationen für alle gängigen Elektroautos aus.

(Quellen: Wikipedia, Swiss eMobility)

Hoher Wirkungsgrad

Obwohl es zahlreiche Arten und Bauformen von Elektromotoren gibt, ist allen gleich, dass sie elektrische in mechanische Energie umwandeln und grundlegend auf einem ähnlichen Prinzip basieren: Im Kern besteht ein Elektromotor meist aus einem drehbaren Elektromagneten (Rotor oder Anker), der über Bürsten bzw. Schleifkontakte mit einer elektrischen Quelle verbunden ist. Diese sorgt für einen Stromfluss durch den Rotor.

Umgeben ist der Rotor von einem äusseren Magnetfeld, das im einfachsten Fall von einem bzw. zwei Dauermagneten (Statoren) aufgebaut wird. Fliesst nun Strom durch den Rotor, wird er zum Elektromagneten mit Nord- und Südpol. Die auftretenden magnetischen Kräfte können für eine Drehung des Rotors sorgen. Moderne Elektromotoren haben schon heute einen Wirkungsgrad von bis zu 85 Prozent.

(Quellen: LEIFIphysik, Energiedienst)

Umweltfreundlicher unterwegs

Natürlich verursacht auch ein Elektroauto Emissionen. Weil wir in der Schweiz aber über einen umweltfreundlichen Strom-Mix verfügen, ist der CO2-Ausstoss bei einem Elektroauto schon nach rund 50’000 gefahrenen Kilometern tiefer als bei einem vergleichbaren Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Zudem ist ein Elektromotor viel leiser, was den Strassenlärm reduziert.

Rasant steigende Akzeptanz der Elektroautos

Seit Anfang der 2020er Jahre nimmt die Akzeptanz für Elektroautos deutlich zu. Per Ende 2020 würden 56% der Schweizerinnen und Schweizer in den nächsten drei Jahren sehr wahrscheinlich oder eher wahrscheinlich ein Elektroauto kaufen. Dies sind 14% mehr als im Jahr zuvor. Eine Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz ist überzeugt, dass der Antrieb der Zukunft elektrisch sein wird. Nach den Pionieren hat auch die frühe Mehrheit (early majority) die Elektromobilität als Leittechnologie identifiziert. Nebst dem Zukunftsglauben gelten Preisüberlegungen und das wachsende Schnellladenetz als Treiber für die Entscheidung zum Kauf eines Elektroautos.

Als weiterer wichtigster Treiber der Akzeptanz gilt der sogenannte «Nachbareffekt»: Überzeugte Elektroautofahrer regen Bekannte, Kollegen, Nachbarn oder ein Familienmitglied zum erstmaligen Kauf eines Elektroautos an. Entscheidend für eine steigende Akzeptanz sind demzufolge Nutzer von Elektroautos, die mit Produkt und Technologie zufrieden sind und diese weiterempfehlen.

(Quelle: Swiss eMobility)

Das Angebot: Elektroautos

Die Autohersteller sind mit 333 elektrischen Modellen für den Europäischen Markt in die 2020er Jahre gestartet. Eine solch umfangreiche Produkteauswahl sollte laut früherer Prognosen erst ab Mitte dieses Jahrzehnts zur Verfügung stehen. Ein grösseres Angebot an Steckerautos kommt früher und umfangreicher auf den Markt als bisher angenommen.

In den nächsten Jahren werden Steckerfahrzeuge in allen Marktsegmenten erhältlich sein. Die meisten Fahrzeughersteller haben angekündigt, bis Ende des Jahrzehnts 50% oder mehr ihres Angebotes zu elektrifizieren. Zusätzlich haben Produzenten wie Volvo (Polestar), General Motors, Jaguar und Ford eine «All-in»-Strategie angekündigt und werden bis 2030, respektive 2035, keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr produzieren.

(Quelle: Swiss eMobility)

Das Angebot: Ladestationen

Einhergehend mit dem Wachstum des Angebotes an Elektroautos wird dieses auch bei den Lademöglichkeiten weiter stark zunehmen. Das öffentliche Ladenetz ist im Jahr 2020 um 24.7% gewachsen. Die Investitionsbereitschaft in öffentliche Ladepunkte ist dabei ungebrochen hoch: Staatliche, städtische und kantonale Auf- und Ausbauprogramme werden das Wachstum aufrechterhalten oder beschleunigen. Die Zunahme an ladefähigen Autos wird die Nachfrage nach öffentlichen Ladestandorten erhöhen.

Bei einem hohen Anteil an Mietern und Stockwerkeigentümern stellt das noch nicht mögliche private Laden in der eigenen Garage ein Hindernis für den Umstieg zum Elektroauto dar. Diese Anwendergruppen sind für die Installation von Ladestationen auf die Einwilligung der Eigentümer, respektive der Miteigentümer angewiesen. Es bestehen indessen Absichten, dieses Hindernis auf politischem Weg oder durch freiwillige Massnahmen zu beseitigen oder es zumindest zu minimieren.

(Quelle: Swiss eMobility)

In der Vollkostenrechnung günstiger

Elektroautos sind in der Anschaffung noch teurer, im Betrieb jedoch günstiger als herkömmlich angetriebene Fahrzeuge. Je nach Modell, Haltedauer und angenommenem Restwert unterscheidet sich, wie viele Kilometer zurückgelegt werden müssen, bis sich der Kostenvorteil zeigt. Leasingangebote ohne Anzahlung bei identischer Laufzeit zeigen auf, dass man rein elektrisch günstiger unterwegs ist als fossil. Dies inklusive der Heimladestation.

(Quelle: Swiss eMobility)